
Wärmewende braucht Holzenergie: Verlässliche Rahmenbedingungen für Holzheizungen sichern
Zum Start der Beratungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG)
Berlin, 11. Juni 2026. Anlässlich der heutigen ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgeset-zes (GModG) im Deutschen Bundestag unterstreicht die Deutsche Säge- und Holzindustrie die zentrale Bedeutung von Holz für die Wärmewende. Für die anstehenden Beratungen zum GModG sowie der dazugehörigen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) appelliert der Verband an eine technologieoffene und verlässliche Ausgestaltung der Wärmewende mit regula-torischen Rahmenbedingungen und Förderprogrammen.
Holzenergie ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer klimafreundlichen Wärmeversorgung. Sie deckt rund 65 % der erneuerbaren Wärme in Deutschland ab. Als regional verfügbarer Energieträger leistet Holz einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Wärmesektors, stärkt die Versorgungssicherheit und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Im Gegensatz zur Verbrennung fossiler Energieträger setzt die Verbrennung von Holzpellets kein zusätzliches Kohlenstoffdioxid frei. Heizen mit Holzpellets ist CO2 neutral – im Gegensatz zu Heizöl, Flüssiggas und Erdgas. Insbesondere in ländlichen Räumen ermöglichen moderne Holzheizungen eine nachhaltige und verlässliche Wärmeversorgung.
Säge- und Holzindustrie vereint stoffliche und energetische Nutzung von Holz
Holzpellets sind ein hervorragendes Beispiel für eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft. Sie werden überwiegend aus Sägespänen und anderen Nebenprodukten der Holzverarbeitung hergestellt, die bei der Produktion von Bauholz anfallen. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft in der Wald- und Holzwirtschaft setzt voraus, dass für alle anfallenden Holzsortimente geeignete Absatzmärkte vorhanden sind. Während hochwertiges Holz vorrangig im Bauwesen oder in der Möbelindustrie eingesetzt wird, sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette die entstehenden Mengen an Restholz, Nebenprodukten und Holzqualitäten für eine hochwertige stoffliche Nutzung nur eingeschränkt oder wirtschaftlich nicht geeignet sind.
Denn die Nachfrage von Sägenebenprodukten in der stofflichen Nutzung ist seit Jahren rückläufig. Im Jahr 2021 stand einem Angebot von 16,72 Mio. m³ Sägenebenprodukten eine Nachfrage von lediglich 5,9 Mio. m³ seitens der Holzwerkstoffindustrie sowie 3,4 Mio. m³ durch die Papier- und Zellstoffindustrie gegenüber. Die energetische Nutzung dieser Rohstoffe trägt daher wesentlich dazu bei, anfallende Holzressourcen vollständig zu verwerten und Stoffkreisläufe zu schließen.
Sie sichert zugleich die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen in der Branche. Die Unternehmen der Säge- und Holzindustrie haben in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in integrierte Pelletwerke getätigt und dadurch zusätzliche Wertschöpfung aus vorhandenen Rohstoffen geschaffen. „Die deutsche Pelletproduktion in der Säge- und Holzindustrie zeichnet sich im internationalen Vergleich damit durch nachaltige Produktionsweisen und regionale Rohstoffeinsatz aus“, erklärt Julia Möbus, Geschäftsführerin des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands (DeSH).
Verlässliche Förderung von Holzheizungen notwendig
Für das Gelingen der Wärmewende ist zudem eine verlässliche Förderung moderner Holzheizungen von zentraler Bedeutung. Investitionen in emissionsarme und hocheffiziente Anlagen benötigen langfristige Planungssicherheit. Eine Einschränkung oder gar ein Wegfall der Förderung würde nicht nur die Transformation des Wärmesektors erschweren, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der gesamten Forst- und Holzwertschöpfungskette gefährden.
Die Deutsche Säge- und Holzindustrie appelliert daher, bei den Beratungen zum GModG und zur BEG die Rolle der Holzenergie als Bestandteil einer technologieoffenen Wärmewende anzuerkennen. „Verlässliche Rahmenbedingungen für moderne Holzheizungen stärken die regionale Wertschöpfung, sichern Investitionen entlang der Forst- und Holzwertschöpfungskette und leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz“, so Julia Möbus weiter.
Quellen:
Statistisches Bundesamt, DeStatis, Berechnung Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband
Rohstoffmonitoring Holz, Holzwerkstoffindustrie 2021, Sebastian Glasenapp, Dominik Jochem, Thünen-Institut für Waldwirtschaft, Hamburg
Rohstoffmonitoring Holz, Holzstoff- und Zellstoffindustrie 2021, Sebastian Glasenapp, Dominik Jochem, Thünen-Institut für Waldwirtschaft, Hamburg
Die Pressemitteilung können Sie als PDF-Dokument hier herunterladen und nachlesen.
