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Mehr Sicherheit in der Säge- und Holzindustrie: DeSH legt neuen Branchenstandard vor

Neue Grundlage für sicheren Arbeitsalltag

Berlin, 24. September 2026 – Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH) hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Management, Organisation und Humankapital mbH (GMOH) für Betriebe der Säge- und Holzindustrie zur Umsetzung der Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes eine Standard-Gefährdungsbeurteilung entwickelt. Sie bildet den ersten Meilenstein eines umfassenden Arbeitsschutzprojekts und bietet den Unternehmen eine praxisnahe Grundlage für die Beurteilung und Dokumentation betrieblicher Gefährdungen.

Die Gefährdungsbeurteilung ist für jeden Arbeitgeber gesetzlich vorgeschrieben und dient dazu, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen und notwendige Schutzmaßnahmen festzulegen. Gerade in der Säge- und Holzindustrie mit ihren vielfältigen Arbeitsbereichen – vom Rundholzplatz über Einschnitt, Sortierung und Trocknung bis hin zur Instandhaltung, Verladung und Transport– ist die Erstellung einer umfassenden und praxistauglichen Gefährdungsbeurteilung mit hohem Aufwand verbunden. Die neue Branchenvorlage bildet branchenspezifische Tätigkeiten und Risiken bereits ab und reduziert damit den Aufwand für die Betriebe bei der Erstellung ihrer individuellen Beurteilung erheblich.

„Arbeitsschutz darf nicht am leeren Blatt beginnen. Mit der Standard-Gefährdungsbeurteilung geben wir unseren Unternehmen eine fundierte Grundlage an die Hand, die zentrale Arbeitsbereiche und häufig auftretende Gefährdungen unserer Branche übersichtlich abbildet“, erklärt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. „Unser Zielbild ‚Safe Workplace‘ ist klar: keine tödlichen und schweren Arbeitsunfälle, 100 Prozent geschulte Beschäftigte und sichere Maschinen. Damit wollen wir Beschäftigte wirksam schützen und zugleich die Attraktivität unserer Branche als Arbeitgeber stärken.“

Aus der betrieblichen Praxis entwickelt

Die Standard-Gefährdungsbeurteilung basiert auf Betriebsbegehungen in acht unterschiedlich ausgerichteten Betrieben mit fünf bis 1.400 Beschäftigten. Einbezogen wurden Nadel- und Laubholzsägewerke sowie Weiterverarbeitungsbereiche wie Hobelwerke, Brettschichtholzanlagen, Pelletwerke und ein Palettenwerk.

Die daraus entwickelte Vorlage bildet typische Arbeitsabläufe und Gefährdungen ab. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Schutzmaßnahmen festzulegen, Verantwortlichkeiten zuzuordnen und deren Umsetzung nachvollziehbar zu dokumentieren.

„Die Standard-Gefährdungsbeurteilung bietet einen strukturierten Ausgangspunkt, ersetzt aber nicht die Prüfung der konkreten Situation im jeweiligen Betrieb“, betont Peter Haas von GMOH. „Entscheidend ist, dass die Vorlage an die jeweiligen Anlagen, Arbeitsabläufe und organisatorischen Gegebenheiten angepasst und anschließend konsequent im betrieblichen Alltag angewendet wird.“ 

Umsetzung in den Betrieben im Fokus

Mit der Veröffentlichung beginnt zugleich die praktische Einführung in den Unternehmen. Am 1. Oktober 2026 stellen DeSH und GMOH die Branchenvorlage den DeSH-Mitgliedern in einem Webinar vor und erläutern die Anpassung an die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten. Ergänzend sind Praxisseminare in kleinen Gruppen geplant.

Für DeSH-Mitgliedsunternehmen steht die Standard-Gefährdungsbeurteilung kostenfrei als Vorlage zur Verfügung. „Damit wollen wir insbesondere kleinen und mittleren Betrieben ein praxistaugliches Instrument an die Hand geben, um den Arbeitsschutz gezielt weiterzuentwickeln und dauerhaft in den betrieblichen Abläufen zu verankern“, so Schmidt.

Die Pressemitteilung können Sie als PDF-Dokument hier herunterladen und nachlesen.