© DeSH

Säge- und Holzindustrie weiterhin wirtschaftlich unter Druck

Aktuelle Lage der Säge- und Holzindustrie 

Berlin, 20. Juni 2026 – Die wirtschaftliche Situation der deutschen Säge- und Holzindustrie bleibt angespannt. Eine weiterhin schwache Baukonjunktur, die globale Wirtschafts- und Absatzkrise, hohe Rohstoff- und Produktionskosten sowie zunehmender Kostendruck belasten die heimischen Unternehmen erheblich. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH) warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Lage. Viele Betriebe sehen sich in den nächsten Wochen gezwungen, ihre Produktionskapazitäten zurückzufahren und geplante Revisionszeiten auszuweiten.

Trotz wohlklingender Versprechen aus der Politik, ist die erhoffte Belebung der heimischen Bauwirtschaft bislang ausgeblieben. Auch auf den wichtigen Exportmärkten bleibt die Nachfrage nach Bauholz durch weltpolitische Krisen und weltweite Konjunkturflaute verhalten. Gleichzeitig belasten anhaltend hohe Kosten für Rohstoffe, Energie und Produktion die Unternehmen der Säge- und Holzindustrie. Im europäischen Wettbewerb geraten insbesondere deutsche Standorte dadurch zunehmend ins Hintertreffen.

Wettbewerbsdruck im In- und Ausland verschärft die Lage

Neben den schwierigen Marktbedingungen sehen sich die heimischen Unternehmen einem wachsenden Wettbewerbsdruck im In- und Ausland ausgesetzt. Während die Rohstoff- und Energiekosten in Deutschland die höchsten in ganz Europa sind, drängen Holzprodukte auf die nationalen und internationalen Märkte, die in anderen europäischen Nachbarstaaten und anderen Ländern mit deutlich geringeren Kosten für Rohstoffe und Energie hergestellt werden. Diese Entwicklung verschärft die ohnehin angespannte wirtschaftliche Situation der Unternehmen zusätzlich.

Die Folgen sind bereits deutlich spürbar: Zahlreiche Unternehmen reagieren mit einer Verlängerung ihrer Werksrevisionen oder einer Reduzierung der Produktion. Ohne eine spürbare Erholung der Absatzmärkte und Entlastung bei Produktionskosten drohen erhebliche Einschnitte bei der Produktion der Betriebe, die zu Kurzarbeit und weiterem Stellenabbau führen.

Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen stärken

Diese Entwicklung gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Säge- und Holzindustrie und damit auch einen wichtigen Teil der industriellen Wertschöpfung in Deutschland. Denn die Säge- und Holzindustrie schafft die Grundlage dafür , dass das Holz aus dem Wald zu Bauholz verarbeitet und von hunderttausenden Unternehmen verbaut werden kann. Die Herstellung von Holzpellets aus heimischen Reststoffen, erneuerbare Wärme und Strom sichert zudem eine heimische und unabhängige Energieversorgung.  Neben ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung nimmt die Säge- und Holzindustrie damit auch eine zentrale strukturpolitische Rolle für die gesamte Wertschöpfungskette Wald und Holz ein.

Aus Sicht des Verbandes braucht es deshalb verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die den Industriestandort Deutschland stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Säge- und Holzindustrie nachhaltig sichern.

Dazu gehören eine wettbewerbsfähige Energie- und Rohstoffversorgung, weniger Bürokratie sowie Investitionsanreize für die Bauwirtschaft und den klimafreundlichen Holzbau. Der DeSH appelliert daher an die Politik, dem schleichenden Kapazitätsabbau entgegenzuwirken. Nur so können Investitionen, Arbeitsplätze und die Versorgung mit dem heimischen Rohstoff Holz langfristig gesichert werden.

Die Pressemitteilung können Sie als PDF-Dokument hier herunterladen und nachlesen.