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Empfehlungen für Lagerung und Verwertung von Kalamitätsholz veröffentlicht

Praxisleitfaden zum Fichtenkalamitätsholz

Berlin, 15. April 2026. Wie lässt sich borkenkäfergeschädigtes Fichtenholz trotz begrenzter Kapazitäten sinnvoll nutzen? Das Verbundprojekt „Untersuchungen zu stofflichen Nutzungspotenzialen und Lagerungsmöglichkeiten von Fichtenkalamitätsholz“ – NUKAFI hat hierzu den neuen Leitfaden „Umgang mit Fichtenkalamitätsholz“ veröffentlicht. Die Publikation bietet Waldbesitzenden, der Forstwirtschaft und holzverarbeitenden Betrieben fachlich fundierte Handlungsempfehlungen für die Praxis.

„Infolge des Klimawandels und massiver Borkenkäferschäden stehen Forst- und Holzwirtschaft vor enormen Herausforderungen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die großen Schadholzmengen effizient genutzt werden können. Der Lagerung von Kalamitätsholz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie entscheidenden Einfluss auf Holzqualität, Verwendbarkeit und Verarbeitung hat. Der neue Leitfaden widmet sich allen Fragestellungen rund um die Lagerung Fichtenkalamitätsholz. Er bündelt die Ergebnisse des FNR-Verbundprojekts NUKAFI und gibt Empfehlungen für die Praxis.

Zentrale Ergebnisse: Qualität erhalten, Zeit gewinnen

Die Untersuchungen zeigen, dass fachgerecht behandeltes Schadholz über lange Zeiträume als Rohstoff verfügbar bleibt. So können stark geschädigte Bäume, sogenannte Dürrständer – je nach Witterung – über einen gewissen Zeitraum im Wald verbleiben. Nach etwa zwei Jahren werden die Verarbeitungsmöglichkeiten für die Säge- und Holzindustrie durch abnehmende Qualität und deutliche Beeinträchtigungen in der Produktion dann jedoch stark eingeschränkt.

Die beschriebenen Lagerungsoptionen können dazu beitragen, Holzernte, Vermarktung und Verarbeitung zeitlich zu entzerren und den Erhalt der Holzqualität über einen längeren Zeitraum sicherzustellen. Gleichzeitig benennt der Leitfaden klar die Grenzen und Risiken der Verfahren, etwa im Hinblick auf Arbeitssicherheit, mögliche Qualitätsverluste sowie erhöhte Anforderungen an Logistik und Kontrolle.

Politik und Praxis verzahnen

Die aufgezeigten fachlichen Lösungen sind aus Sicht des DeSH jedoch nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes. Julia Möbus, Geschäftsführerin des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands (DeSH) mahnt zudem dringenden Handlungsbedarf bei den Rahmenbedingungen an: „Die Wissenschaft hat die Wege aufgezeigt – nun ist die Politik am Zug. Wir brauchen bundesweit den Ausbau von Lagerkapazitäten. Hierbei müssen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam an einem Strang ziehen und einen gemeinsamen Aktionsplan für das Kalamitätsmanagement entwickeln.“ 

Über das Projekt NUKAFI

Das Verbundvorhaben NUKAFI („Untersuchungen zu stofflichen Nutzungspotenzialen und Lage-rungsmöglichkeiten von Fichtenkalamitätsholz“) widmet sich der stofflichen Verwertung und optimalen Lagerung von borkenkäfergeschädigtem Fichtenholz. Der Leitfaden wurde unter Federführung des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes (DeSH) erstellt. Weitere Partner des Verbundprojektes waren das Fraunhofer WKI, das IHD Dresden, die Universität Göttingen und Wald und Holz NRW. Ergebnis des Projekts ist unter anderem ein praxisnahes Merkblatt zur Verwendbarkeit von Kalamitätsholz, das sich gezielt an den Holzfachhandel, das Handwerk und Endverbraucher richtet. Der vollständige Abschlussbericht sowie detaillierte Ergebnisse sind im Projektverzeichnis der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unter projekte.fnr.de verfügbar.

Hier können Sie den Leitfaden herunterladen.

Hier können Sie das Merkblatt herunterladen. 

Die Pressemitteilung können Sie als PDF-Dokument hier herunterladen und nachlesen.